Erstes Landesklasse-Derby, erster Landesklasse-Derbysieg
Am 3. Spieltag der Landesklasse 6 Saison kam es zum Derby gegen den SV Wacker Wengelsdorf. Vor Anpfiff der Partie sollte ein ausgeglichenes Spiel erwartet werden, starteten beide Teams mit einem Sieg und einer Niederlage in die neue Saison. Für uns ging es darum nach den Niederlagen gegen Freyburg zum Ligaauftakt und Großgrimma im Pokal in der Vorwoche wieder etwas die Leichtigkeit in unser Spiel zu bekommen, die uns in der letztjährigen Kreisoberliga-Saison noch so ausgezeichnet hatte.
Vom Anstoß weg war von Druck oder Unsicherheit in unseren Reihen nicht mehr viel sichtbar und wir starteten sehr dominant in die Partie. Aus eigenem Ballbesitz heraus spielten wir uns stark bis ins letzte Drittel frei. In der Defensive, die nach den vier Gegentoren gegen Großgrimma etwas angezählt wurde, schafften wir es über die gesamte Halbzeit hinweg den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten und die wengelsdorfer Angriffsbemühungen bereits im Keim zu ersticken und die hochgelobte Wacker-Offensive gespickt mit verbandsligaerfahrenen Akteuren überhaupt nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.
Einen ersten Aufreger erlebten die 350 Zuschauer im Wilhelm-Kaiser Stadion nach bereits 5 Minuten, als ein etwas zu genau getretener Thurm-Freistoß aus 22 Metern knallend den Weg ans Lattenkreuz fand, aber zu Gunsten des SVW wieder ins Spielfeld sprang. Wo hier nur Zentimeter zum Torerfolg fehlten lief es schon wenige Minuten später sehr viel besser. Schneider wurde auf Linksaußen freigespielt und daraufhin nach innen. Die Gegenspieler agierten in der Aktion mehr wie Statisten und so konnte er aus der Halbposition unbedrängt zum Abschluss kommen. Und dieser war einer der Marke Extraklasse und senkte sich über den regungslos agierenden Gästekeeper perfekt ins rechte obere Eck. Der Dosenöffner für unsere Mannschaft und für Schneider selbst eine valide Bewerbung für die Sportschau und das Tor des Monats.
Die Führung gab unserem Spiel noch mehr Sicherheit und so dauerte es nur weitere 10 Minuten bis die „Blau und Weiß ein Leben lang“-Torhymne erneut durchs Stadion hallte. Bei einem präzisen Diagonalball von P. Knothe verschätzte sich der wengelsdorfer Rechtsverteidiger und so wurde erneut Schneider wieder in aussichtsreiche Position gebracht. Seine erste Torannäherung konnte der Wacker-Keeper nur nach vorne abprallen und so wurde der kahlgeschorene 9er erneut in Szene gebracht und hatte in der Folge wenig Mühe zur 2:0-Führung einzuschieben.
Auch in der Folge dominierte unsere Elf das Spielgeschehen. Nennenswert dabei noch die Chance durch Sommerneuzugang Lieb, dessen Abschluss in Folge einer Ecke noch vor der Linie geklärt werden konnte. Somit blieb es bei der 2:0-Pausenführung. Als Zwischenfazit steht eine der, wenn nicht gar die stärkste Halbzeit unserer Mannschaft in der bisher jungen Saison. Damit war der erste Schritt zum Derbysieg getan, aber wie jeder Zuschauer mit mehr oder weniger Fußballfachverstand weiß, ist 2:0 das gefährlichste Ergebnis und jeder Schritt weniger in Halbzeit 2 würde besonders im Derby direkt bestraft werden. Wie zu erwarten kamen die Gäste aus Wengelsdorf mit mehr Druck aus der Kabine und hatten nach wenigen Minuten eine erste gute Möglichkeit zum Anschluss, welche Innenverteidiger-Neuzugang Reinschmied jedoch durch beherzten Einsatz klären konnte.
Das Bild in Hälfte 2 nun ein anderes und so waren die Ballbesitzanteile zunächst eher auf Seiten der Gäste, ohne dabei zu zwingenden Gelegenheiten zu kommen. Nach einer Stunde kam dann die benötigte Hilfe bei der Chancenkreierung dazu. Nachdem sich der aus der Verbandsliga geholte aber bislang komplett kaltgestellte Wengelsdorf-Stürmer Brovii den Ball zwischen unserem IV-Duo hindurch vorbei legen konnte, ging er plötzlich zu Boden und Schiedsrichter Ebert entschied auf den sehr schmeichelhaften Elfmeter für die Gäste.
Bei diesem blieb Marschhausen cool, verlud Keeper Stark und schob zum Anschlusstreffer ein. Bei noch 30 zu spielenden Minuten durchaus eine Szene, die noch Auswirkungen auf das Spiel gehabt haben könnte. Könnte, wenn nicht ein Mann seinem Unmut über die Nichtberücksichtigung in der Startelf auf dem Spielfeld hätte Luft machen wollen. Sein Name: Schenk! Nur 3 Minuten nach seiner Einwechslung erreichte ihn im Strafraum ein Ball von Schneider. Der Stürmer, der zuletzt vor allem durch Ladehämmung auffiel, nahm den Ball an, verzögerte clever und schob dann in die rechte untere Ecke ein und sorgte für die Wiederherstellung der alten 2-Tore-Führung. Ein Treffer genau zu richtigen Zeitpunkt, der dem wengelsdorfer Spiel vorerst den Stecker zog. Zum kompletten Stromausfall kam es dann nur 2 Minuten später. Routinier Große setzte sich auf seiner rechten Seite durch und flankte anschließend in den Sechzehner. Seine präzise Hereingabe fand am zweiten Pfosten, wen auch sonst, Schneider und dessen abgefälschter Kopfball fand über den Gäste-Keeper hinweg den Weg in die Maschen. Das war die endgültige Vorentscheidung und so stieg neben der Führung auf unserer Seite auch das Frustlevel bei den Gästen, was die ansonsten faire Partie unnötigerweise noch einmal etwas ruppig werden ließ.
So oder so trottete die Partie in der Schlussviertelstunde vor sich hin, ohne nennenswerte Aktionen auf beiden Seiten und so stand nach 90 gespielten Minuten neben einem 4-1 auf der Anzeigetafel auch der Derbysieg im ersten Punktspiel nach etwa 20 Jahren über Wengelsdorf zu Buche. Ein für uns vor allem aufgrund einen extrem starken ersten Halbzeit auch in der Höhe verdienter Sieg und die ersten 3 Punkte in der Landesklasse vor heimischem Publikum. Dabei möchten wir uns nochmal für die überragende Stimmung und die Unterstützung von den Rängen bedanken.
Dieser Sieg sollte natürlich gebührend gefeiert werden und so verleibten sich Spieler wie Zuschauer nach Schlusspfiff gemeinsam das ein oder andere Kaltgetränk ein. Wer nun meint die kommenden Aufgaben sollten nun etwas leichter werden, der irre. So geht es für unser Team am kommenden Wochenende zum bisher makellosen Staffelfavoriten nach Kelbra. Auch hier hoffen wir natürlich auf den ein oder anderen ambitionierten Zuschauer, der die weiteste Auswärtsfahrt der Saison mit uns zusammen bestreitet.
#nurderTSV
PS: die Sommerpause ist jetzt auch für unser Media-Team wieder vorbei und ihr könnt euch wieder auf wöchentliche Spielberichte freuen 😉
Unsere Mannschaft spielte in folgender Besetzung:
Stark – Große (81‘ Pschribülla)- Hartmann – Reinschmied – Thurm – P. Knothe – Küster (89‘ Schmidt) – Schneider – F. Knothe (73‘ Schenk) – Hesse (89‘ Hoppen) – Lieb (77‘ Sommerfeld)
Veröffentlicht: 20. September 2025
